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RAMIN PARVIN | RESTESSEN // BEOBACHTUNGSSTATION, 2015 | STAHL, PLEXI, OPERNGLAS, TELLER, ERDREICH CA. 75 X 75 X 150 CM

ramin parvins skulptur ist der zweite teil des unter dem titel „restessen“ zusammen mit bahar batvand realisierten skulpturenprojekts.

bei der arbeit, die auf den ersten blick anmutet wie ein aussichtspunkt in die bergwelt, zeigt sich erst auf den zweiten blick, dass die aussicht eigentlich ein einblick ins „innere“ des Berges ist: blickt man durch das kleine Fernglas hindurch, entdeckt man ein auf dem boden liegenden Teller nebst einigen scherben und mit etwas glück kann man auch einige insekten, die das erdreich bevölkern, entdecken.

1987 wurde das haus der familie ramins von irakischen streitkräften in der stadt hamedan zerbombt. wegen der starken explosionen rundherum hatte die familie das haus verlassen und so wurde niemand verletzt. aber das einzige, was vom haus der kindheit ramins übrig blieb, war ein weißer teller, der als erinnerungsstück blieb – oder poetisch gesagt, wurde der teller ein neues famlienmitglied, das als erzähler das schicksal dieser familie mitbegleitete. Nun entschied sich der künstler, diesen teller hier in den bergen zu begraben und damit die geschichte von krieg und verfolgung, um platz zu schaffen für ein neues leben mit werten wie humanität, weisheit, gleichheit …

ramin parvin wurde 1982 im iran geboren und verliess seine heimat, nachdem er und einige politisch aktive familienmitglieder inhaftiert worden waren. im iran studierte er an der University of soureh in teheran filmregie und reussierte mit mehreren kurzfilmen, die national und international bei filmfestivals prämiert wurden. seit 2012 lebt er als flüchtling in deutschland und knüpft allmählich an seine künstlerische vergangenheit an.