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Berg-Werke

Der Düsseldorfer Stephan Kaluza (* 1964) ist Maler, Fotograf, Dozent am Mozartheum und Autor mehrerer Theaterstücke und Romane; er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Stephan Kalzua hat sich seit den neunziger Jahren mit seinen großformatigen „Filtrierbildern“ erfolgreich als Maler etabliert. Dabei bannte er seine geheimnisvolle Bilderwelt hinter Plexiglas und erzielte dadurch eine verfremdende Wirkung.  Dabei geht es weniger um die Beziehungen zwischen Form und Inhalt, vielmehr spürt er der Natur von Darstellungsweisen und Kombinationen nach. Das milchige Acrylglas kann sehr dicht sein und so die Wahrnehmung des Gemalten praktisch verweigern, und es kann sogar durch eine schwarze Scheibe ersetzt werden, die die Wahrnehmung des Bildes verunmöglicht. Bis dahin, dass man nicht weiß, ob es überhaupt ein Bild gibt. Stephan Kaluzas Arbeiten erscheinen uns so als relationale Rekonstruktionen. Sie beziehen sich auf einen bestimmten Punkt in der Zeit, sie beziehen sich aber auch auf die Filterung durch die Malerei und das Einkapseln in den milchigen Kasten, und sie beziehen sich auf den Betrachter, der mit der ungewöhnlichen Wahrnehmungssituation zurande kommen muss.

Seit 2004 beschäftigt ihn zunehmend auch das Medium Fotografie. Es entstanden verschiedene Fotoprojekte und -Bücher in er denen bis zu 35 000 Fotos zu einem singulären Bild zusammensetzte: als erster Künstler hat er den gesamten Rhein abgebildet.  Der Fotoarbeit „Ribbentrops Wohnzimmer“ liegt ein historisch verbürgtes konspiratives Treffen in der Villa von Ribbentrop zugrunde, welches in fotografischen Abfolgen theatralisch inszeniert wurde. Die viel beachtete Arbeit wurde unter anderem in Peking und Seoul gezeigt und das Zendai MOMA in Shanghai hat ihr eine Einzelausstellung gewidmet. Stephans vielseitiges Werk wird bei vielen internationalen Ausstellungen gezeigt, zuletzt als Soloshow im Gwangju Museum of Art, Gwangju, Korea.

Die Arbeiten, die Stephan Kaluza sparsam und nicht weniger imposant in der Galerie präsentiert, entstammen unterschiedlichen und sehr umfangreichen Werkserien, die einen Querschnitt seines malerischen Schaffens der letzten Hälfte des ersten Jahrzehnts zeigt.