DEU

Dispersion

Die Arbeiten des Berliner Künstlers Wolfgang Flad (geb. 1974) bestechen durch den Kontrast zwischen perfekten, monochromen Oberflächen, die in hochglänzendem Lack die Kühle modernen Designs zitieren, und der scheinbar organisch gewachsenen Körperlichkeit, die darunter oder darüber sichtbar wird. Diese ensteht entweder durch Auswöblungen oder durch nachträgliche Vertiefungen der Oberfläche, die das verwendete Schichtholz der Tafeln freilegen. Egal, ob die Formationen wie Wellen oder Spuren von Flüssigkeit wirken, immer wird der Betrachter durch den Kontrast des perfekten, glänzenden (Wand-)Objektes und der scheinbar zufälligen organischen Manipulationen irritiert.

Mit dem doppeldeutigen Ausstellungstitel bezieht sich Flad einerseits auf den Begriff der Zerstreuung und Verteilung und zum anderen auf die Farbe, die auf seine Skulpturen aufgetragen wird. Diese Skulpturen bauen auf dem Kontrast von geometrischen und organischen Formen auf: In einem aufwändigen Bearbeitungsprozess entstehen auf hochglänzenden Sockeln durch langes Schleifen skelettartige Gebilde, die durch scheinbare Vertrautheit und ästhetische Mehrdeutigkeit faszinieren.Interessant ist, dass die biomorphen Gebilde mit Pappmaché aus zerkleinerten Kunstbüchen, Skizzen und Aufzeichnungen gefertigt werden und so ein optisches wie inhaltliches Spannungsfeld aufbauen: Der „Kunst-Abfall“ wird wiederum zum (natürlich wirkenden) „Kunst-Werkstoff“.

Die Arbeiten Wolfgang Flads sind bereits in zahlreichen Sammlungen wie im Kunstmuseum Stuttgart und im Kunsthaus Zürich vertreten und wurden u.a. im Centraal Museum, Utrecht (NL), im Bundesministerium der Justiz Berlin (D), im Folkwang Museum Essen (D), im Kunsthaus Graz (A), in New York (USA) und Tel Aviv (IL) ausgestellt. Zeitgleich zur Ausstellung hat Wolfgang Flad eine Skulptur für den Außenbereich der art-lodge geschaffen.