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the land that time forgot

Der Titel "The Land that Time forgot" bezieht sich auf Edgar Rice Burroughs‘
Science-Fiction Roman aus dem Jahr 1912 sowie den gleichnamigen Film von 1975. Eine U-Bootbesatzung strandet auf einer unbekannten Insel in der Antarktis, in der durch warme Quellen eine prähistorische Tier- und Pflanzenwelt bis in 20. Jahrhundert überdauern konnte.

Aus dem Genre der „Alternate History“ stammend, ist hier eine Welt Schauplatz, in der der Lauf der Weltgeschichte irgendwann von dem uns bekannten abgewichen ist. Diese Gedankenspiele - der freie Umgang mit Vergangenem, das Um- und Weiterdenken von Geschichte greifen die fünf Wiener KünstlerInnen auf unterschiedliche Art und Weise auf.

Seien es Birgit Knoechls „invasive“ Pflanzen-Wucherungen, raumgreifende Scherenschnitte, oder ihre Objekte, deren Formensprache sich an den „Strahlentierchen“ des Zoologen Ernst Haeckel (1834-1919) aus dessen „Kunstformen der Natur“ anlehnt.

Die photographisch-installativen Arbeiten von Tina Ribarits bedienen sich der Elemente des „Gothic“ oder der viktorianischen Literatur und deren Interpretationen des frühen Hollywoodkinos, um sie in veränderter Form wieder zusammenzusetzen.

Auch Philip Patkowitsch bedient sich der Bildsprache Hollywoods, doch findet man bei seinen verfremdeten, sich im Dunkeln auflösenden Portraits keine James Deans oder John Waynes. Vielmehr spürt er dem Vergangenen nach, zeichnet „Archetypen“, Gesichter wie Déjà-vus, die gleich wieder zu verschwinden scheinen.

Den Vertretern der „Minimal Art“ der früher 60er Jahre, deren zu Grunde liegenden „primary structures“ auch aus der Zeit gerissen ihre Lesbarkeit bewahren sollten, stellt Mathias Pöschl mit dem Focus auf die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung, den „Black Panthers“ bis hin zum Einfluss des Jazz und Hip-Hop auf die Populärkultur der vereinigten Staaten sozio-politische Realität zur Seite und gegenüber.

Theresa Eipeldauers Arbeiten könnten sich auf Suprematismus, Konstruktivismus, die „De Stijl“-Bewegung um Piet Mondriaan oder auf die Bauhaus Architektur beziehen. Bezugspunkte, die sie aber als „Fundstücke“ oder „Irrläufer“ bezeichnet. Vielmehr steht in ihrer Arbeit der Arbeitsprozess selbst im Vordergrund, das Transformieren, Kombinieren und schließlich das Verschmelzen verschiedener künstlerischer Medien.