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through the eye of the wolf

Die Ausstellung zeigte Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen des Künstlers. Im Galerieraum der art-lodge platziert, treten sie in direkten Dialog mit der Landschaft.

Bereits der Titel Through the eye of the Wolf verspricht, dass die Arbeiten Beobachtungen und Wahrnehmungen des Künstlers zeigen, die aber rein dokumentarisch sind, um dem Betrachter Raum für Interpretation zu lassen.

Die Werke zeigen Urbanität, die ästhetische Schönheit von Verfallserscheinungen, Unordnung sowie Zaunmotive in Form von großformatigen Ölgemälden und Stahlskulpturen, die die malerische Bergidylle kontrastieren. Neue abstrakte Werke treten in Dialog mit den gegenständlichen Arbeiten, wodurch sie zu einer Bildgeschichte verdichtet werden. Die Ausstellung versinnbildlicht die Vielfalt und die feinen Graduierungen in Wolfs Werk, vergleichbar mit dem Wachstum einer Weinrebe, die vom Winzer in Form gebracht wird, sich weiterentwickelt, Seitentriebe bildet und somit das Endergebnis beeinflusst.

Clemens Wolf (*1981) lebt und arbeitet in Wien. Seine künstlerischen Arbeiten und Interventionen sind sehr zeitgemäße Beobachtungen des öffentlichen Raumes und seiner ihn konstituierenden Mechanismen. In den Ausstellungsraum transferiert und vom Kontext räumlich befreit, werden die Werke zu Erzählern einer Welt, deren Geschichten sich im White Cube mit neuen beziehungsreichen Inhalten und Fragestellungen füllen. Unterschiedliche Arten von Begrenzungen stehen dabei immer wieder im Vordergrund. Urbanität und Kunstproduktion werden in ein Verhältnis gesetzt und die dabei vorgegebenen Gesetzmässigkeiten immer wieder produktiv in die eine oder andere Richtung verschoben.

Für  seine  Motive  verlässt  Clemens  Wolf  das  Atelier,  um  unbekannte, unzugängliche und versteckte Plätze der Stadt zu erkunden. In den jüngsten Werken konzentriert er sich auf Maschendraht- und Bauzäune, die gleichzeitig als physische Barrieren und visuelles Bezugssystem fungieren. Das formelle Prinzip des Rasters bezieht sich auch auf die Arbeitstechnik von Clemens Wolf, bei der Schablonen und Scherenschnitte auf unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen.

In seiner Serie aus gewachstem Stahl drängt Clemens den Betrachter, das Pathos des verformten und unperfekten Zaunes wahrzunehmen. Die robusten Stahlstrukturen wirken erhaben und genauso transparent und durchlässig wie ihre Vorbilder im Außenraum. Hierbei setzt Wolf auf die Spannung, die zusammen mit der Motivation entsteht, den Zaun baldigst zu bewältigen.