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ANDREA FACIU | coagula 2013/2016 |100 alte wanderstöcke, paketschnur, tisch und pfanne und suppentassen. sound aus „träume und komplizen: wo bleibt die zeit“. in sitio installation in Almhütte.

Solve et Coagula (lat: Löse und verbinde) ist eine alchemistische Schlüsselformel und beschreibt folgenden Prozess: das Analysieren, Trennen oder Auflösen einer Eigenschaft und das anschliessende Zusammenfügen zu einem besseren Ergebnis. Das Verbindende ist die Grundidee der Rauminstallation "Coagula" aus 100 herrenlosen und zurück in die Anonymität geratenen Wanderstöcken, die alle ihre stützende Funktion über Stock und Stein hinter sich haben und sich nun beim Fingerhakeln treffen. Gegengesetzte, ringende Kräfte sind hier das spürbare Element. Sie bilden die Tonlage für das Liniengefüge und sind das Grundgerüst für das Auf und Ab der Raumstruktur. Zu hören ist ein Fragment aus der installation „träume und komplizen“ (2011) der Künstlerin, ‚wo bleibt die zeit.' die installation in der wieder „bewohnbar“ gemachten Almhütte lässt den betrachter über vergangenes, verlorenes, vergebenes sinnieren, über traditionen, werte, materialität und vergänglichkeit ... 

Andrea Faciu (*1977 in Bucarest), kam mit 14 nach München, wo sie Freie Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse Olaf Metzel studierte. Sie war Teilnehmerin der Manifesta 5 in San Sebastian (dort haben zum ersten Mal ihre Arbeiten gesehen), Villa Romana Preisträgerin (2007, wo wir sie dann persönlich kennen lernten) und hat 2009 den Rumänischen Pavillon bei der Biennale in Venedig bespielt; die Pinakothek der Moderne widmete ihr einen eigenen Raum.